Wie kann ich Kfz Gutachter werden?

Ein Kfz Gutachter dokumentiert und beziffert alle Schäden an Fahrzeugen. Fragen nach der Schadenshöhe, Reparaturdauer, Wiederbeschaffungswert oder Wertminderung kann er beantworten. Auf der Basis seines Schadengutachtens wird die gegnerische Versicherung den Schaden regulieren, sofern Sie nicht Unfallverursacher sind. Wenn ein Kfz Sachverständiger nicht aufgrund eines Autounfalls gerufen wird, handelt es sich oft um die Erstellung von Wertgutachten.

Um auch Fragen nach der Nutzungsausfallentschädigung oder andere Schadensersatzleistungen professionell beantworten zu können, muss die Qualifikation stimmen. Wir beleuchten das Berufsbild des Kfz Gutachters von allen Seiten und zeigen Ihnen, welche Voraussetzungen Sie erfüllen sollten und wie Ihnen ein erfolgreicher Einstieg gelingen kann.

Kfz Gutachter: Häufig gestellte Fragen

Wie hoch sind die Kosten für die Ausbildung zum Kfz Sachverständigen?

Die meisten in Deutschland verfügbaren Angebote bewegen sich zwischen 2.000 und 8.000 Euro. Durch diverse Förderoptionen auf Bundes- und Landesebene lassen sich die Kosten senken oder durch einen KfW-Darlehen zinsgünstig finanzieren.

Welche Ausbildung hat ein Kfz-Sachverständiger?

Eine technische Ausbildung mit Meisterbrief oder ein adäquates Studium diesen als Basis, um als Kfz Gutachter erfolgreich zu werden.

Wie viel verdient man als Kfz Gutachter?

Selbstständige Kfz Gutachter verdienen in der Regel deutlich mehr als Angestellte. Für angestellte wird ein Jahresdurchschnittsgehalt zwischen 45.000 und 50.000 Euro angegeben (Brutto).

Was muss ich machen, um KFZ Gutachter zu werden?

Eine der oben aufgeführten Ausbildungen sollte als „technische“ Basis vorhanden sein. Dann stehen zahlreiche Weiterbildungsangebote bereit, um Kfz Gutachter werden zu können. Sprechen Sie ruhig mit dem zuständigen Berufsverband BVSK.

Gibt es einen Unterschied in der Ausbildung zwischen einem Gutachter und einem Kfz-Sachverständigen?

Prinzipiell nicht, da die Begriffe dasselbe meinen. Unterschiede kann es aber mit Blick auf die Inhalte und mögliche Schwerpunkte geben (z. B. Schadens- vs. Wertgutachten).

Wie wird man IHK Sachverständiger?

Indem man einen entsprechenden Lehrgang bei der örtlich ansässigen Industrie- und Handelskammer erfolgreich abschließt und dann eine Kooperation oder öffentliche Bestellung anstrebt.

Wie werde ich Kfz Sachverständiger? Ohne technische Ausbildung & Erfahrungen geht es nicht!

Zweifelsohne handelt es sich beim Kfz Gutachter um ein attraktives Berufsbild, das gerade bei der selbstständigen Ausübung viele Freiräume eröffnet. Wer ein anerkannter Kfz Gutachter werden will, sollte eine einschlägige technische Ausbildung mit Meisterbrief oder ein entsprechendes Studium absolviert haben. Darauf folgt eine Fortbildung als Seminar oder Fernstudium. Konkrete Inhalte, Voraussetzungen und Optionen werden im weiteren Verlauf dieses Beitrags noch skizziert.

Mit der fachlichen Qualifikation steigen die beruflichen Chancen als Kfz Sachverständiger

Um sich ein Image als unabhängiger und zuverlässiger Kfz Sachverständiger aufzubauen, spielen berufliche Erfahrungen im Kfz-Bereich abgesehen von der in einem Lehrgang erworbenen Fachkompetenz eine Schlüsselrolle.

Bei der Suche nach einem professionellen Kfz Gutachter werden viele Kunden Wert auf die Gutachterausbildung und Referenzen legen. Wer in dieser Hinsicht mit einem fundierten Ausbildungsprofil punkten kann, ist der Konkurrenz einen wichtigen Schritt voraus. Für beruflichen Erfolg als Kfz Gutachter kommt es vor allem auf die folgenden Aspekte an:

  • fundierte Sachkunde
  • methodisch-analytische Arbeitsweise
  • Unabhängigkeit bzw. Unparteilichkeit

Definition „Kfz Gutachten“: Hieran lässt sich die Arbeit von Kfz Sachverständigen ablesen!

Beachten Sie, dass auch die Begriffe Schadensgutachten, Auto Gutachten, Unfall- sowie Wertgutachten geläufig sind. Das Gutachten bringt eine spezifische, fachliche Einschätzung zahlenbasiert zum Ausdruck.

Ein Gutachten muss Außenstehende, Unfallgegner, Versicherung und Laien in die Lage versetzen, sich ein Bild über das Ausmaß des Schadens und die Schadenshöhe zu machen. Die gegnerische Versicherung wird ein Schadensgutachten nutzen, um auf dieser Basis die Regulierung vorzunehmen.

Damit ein Gutachten aussagekräftig und belastbar ist, muss es nachprüfbar und vor allem nachvollziehbar sein. Theoretisch müsste ein anderer Kfz Sachverständiger zu dem gleichen Ergebnis kommen. Sollte ein Fall sich nicht außergerichtlich klären lassen, kann ein Gutachten vor Gericht der Beweissicherung dienen. Es muss es neutral und unabhängig sein. Das ist leider oftmals nicht der Fall, wenn sich Unfallopfer auf den Gutachter der gegnerischen Haftpflichtversicherung einlassen.

Voraussetzungen, um den Beruf des Kfz Sachverständigen auszuüben

Wer Kfz Gutachter werden oder Fahrzeugbewertungen erstellen will, muss eine Weiterbildung absolvieren. Diese alleine reicht aber nicht. Sie muss zwingend auf einer fundierten Ausbildung im technischen Bereich basieren, die eine hohe Relevanz für den Kfz-Bereich aufweist. Rein formal ist in diesem Kontext auch von einer so genannten Einstiegsqualifikation die Rede. Hierbei kann es sich für die Weiterbildung zum Kfz-Sachverständigen um folgende Berufe handeln:

  • Kfz-Meister / Techniker
  • Lackierer / Karosseriebauer (ggf. mit Meistertitel)
  • Kfz-Elektriker
  • Kfz-Techniker (staatlich geprüft)
  • Diplom Ingenieur in der Fachrichtung Kraftfahrzeug

Neue berufliche Perspektiven mit einer geeigneten Einstiegsqualifikation prüfen

Aus dieser notwendigen Einstiegsqualifikation geht hervor, dass für die Tätigkeit als Kfz Gutachter ein stark ausgeprägtes technisches Verständnis notwendig ist. Wer in diesen Berufen arbeitet und bereits Erfahrungen gesammelt hat, kann sich mit einer Gutachterausbildung zum Kfz-Sachverständigen neue berufliche Perspektiven aufbauen.

Tätigkeitsbereiche für das Berufsbild Kfz-Sachverständiger

Die Begutachtung und professionelle Dokumentation von Kraftfahrzeugen gehören zum Kern der Aufgaben als Kfz Gutachter. Er beurteilt die Schadenshöhe (ob Bagatellschaden oder Totalschaden), Schadensursachen, bestimmt den Restwert / Wiederbeschaffungswert und erstellt letztendlich das Unfallgutachten. Kommunikation mit Unfallverursacher, Versicherung, Werkstatt runden die Qualifikation ab.

Ein ausgeprägter Blick für Details und komplexe technische Zusammenhänge sowie Kenntnisse in der Fahrzeugtechnik sind notwendig, um zu belastbaren Resultaten zu kommen. Was die Ausrichtung für die berufliche Tätigkeit angeht, so lassen sich die beiden folgenden Optionen unterscheiden:

  • Kfz-Schadensgutachter: Ermittlung, Dokumentation und Bezifferung von Schäden, Unfallrekonstruktion und Beweissicherung.
  • Kfz-Wertgutachter: Erstellung diverser Wertgutachten für unterschiedlichste Fahrzeuge (z. B. für Oldtimer).

Auch innerhalb dieser Bereiche kann man sich spezialisieren. Als Zweiradmechaniker wären Motorräder oder auch E-Bikes eine Spezialisierung denkbar.

Wer beauftragt einen Kfz Sachverständigen?

Hier kommen für einen unabhängigen Kfz Gutachter vor allem Privatpersonen in Betracht: Tragen diese keine Schuld am Unfall, so können Sie einen Gutachter auf Kosten der gegnerischen Versicherung beauftragen.

Je nach Ausbildung und Vermarktungsstrategie kann ein Kfz Gutachter aber auch durch folgende Partner an Aufträge kommen:

  • Rechtsanwälte
  • Versicherungen
  • Autohäuser
  • Kfz-Werkstätten
  • Autovermietungen / Leasinggesellschaften

Weiterbildung zum Kfz Gutachter: Diese Optionen haben Sie

Bei Ihrer Recherche im Internet werden Sie schnell auf ein breites Angebot an Kursen und Anbietern stoßen. Zu den bekannten Anbietern für eine Weiterbildung zum Kfz Sachverständigen zählen vor allem die DEKRA, der TÜV und die IHK (Industrie- und Handelskammer). Zahlreiche weitere Akademien, Verbände und Bildungseinrichtungen tummeln sich auf dem Markt. Zu bedenken ist, dass der Hinweis auf bekannte Institutionen bei der Vermarktung Ihres Sachverständigenbüro ein imagewirksamer Vorteil sein kann.

Institutionen, Kosten und Ausbildungsmodelle

Abgesehen davon gibt es aber auch viele private Bildungsanbieter. Generell sind längere Ausbildungsformen „Crashkursen“ mit einer Laufzeit von nur wenigen Tagen vorzuziehen, um direkt zu Beginn die Basis für nachhaltigen Berufserfolg zu legen.

Was die Formen der Ausbildung angeht, so ergeben sich sehr flexible Möglichkeiten, um mit Blick auf das eigene Berufsleben die beste Option zu finden. Vom Fernstudium bis hin zu einer Ausbildung mit Präsenzanteilen ist vieles möglich. Die Dauer kann zwischen wenigen Tagen und mehreren Monaten liegen, wenn die Ausbildung zum Kfz Gutachter nebenberuflich erfolgt. Auch die Kosten können je nach Ausbildungsmodell und Anbieter stark variieren. Als grober Rahmen sei auf einen niedrigen bis hohen vierstelligen Betrag verwiesen.

Zertifizierung als Kfz Gutachter: Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger

Wichtig ist, dass die Ausbildung mit einer angesehenen Zertifizierung endet, die für die eigene Vermarktung eine wichtige Rolle spielt. In diesem Kontext ist auf die Möglichkeiten des Berufsverbandes DGuSV der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständigen für das Kraftfahrzeugwesen hinzuweisen. Diese Zertifizierung genießt bei potenziellen Auftraggebern ein hohes Renommee.

Eine weitere Möglichkeit wäre es, sich für den Weg als „Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger“ zu entscheiden. Mit dieser Berufung erlangen Kfz Sachverständige einen gewissen Rang, mit dem Sie als Gutachter vor Gericht aussagen können.

Gut zu wissen! Abgrenzung zum Kfz Prüfingenieur

Wenn Sie Kfz Gutachter werden wollen und entsprechend recherchieren, werden Sie wahrscheinlich auch auf das Berufsbild des Kfz Prüfingenieurs stoßen. Dieses ist vom Kfz Sachverständigen abzugrenzen, da es andere Arbeitsschwerpunkte aufweist. Prüfingenieure führen typischerweise Hauptuntersuchungen und Abgasuntersuchungen durch. Weitere Prüfungen und so genannte freiwirtschaftliche Dienstleistungen inkl. Kundenberatung sind möglich.

Kfz Gutachter werden: Inhalte der Ausbildung

In der Ausbildung zum Kfz Gutachter werden folgende Grundlagen und Inhalte vermittelt:

  • Erstellung von Gutachten (Unfallgutachten und Wertgutachten) inkl. fototechnischer Grundlagen (Dokumentation)
  • Schadensaufnahme und Bewertung anhand grundlegender Kalkulationskenntnisse
  • Grundlagen der Restwertermittlung
  • Einführung in spezielle Gutachter-Software
  • Vermittlung von versicherungstechnischen und juristischen Grundlagen
  • Einholung von gegnerischen Versicherungsdaten (In- und Ausland)
  • Grundlagen der Betriebsführung: Marketing und Buchhaltung

Die Ausbildung zum Kfz Sachverständigen endet mit einer Abschlussprüfung, die bei erfolgreichem Ablegen des Seminars mit einem Zertifikat / Prüfungszeugnis bescheinigt wird.

Fördermöglichkeiten für die Ausbildung zum Kfz Sachverständiger

Da die Kosten für eine Weiterbildung oder Umschulung zum Kfz Gutachter teils nicht unerheblich sind, rückt die Frage nach Fördermöglichkeiten unwillkürlich in den Fokus. Generell hat jedes Bundesland eigene Programme (z. B. Bildungsgutschein, Bildungsprämie, Bildungsscheck), mit denen sich 50% oder mehr der Kosten sparen lassen. Eine frühzeitige Beratung mit Blick auf die persönlichen Voraussetzungen ist also sinnvoll.

Abgesehen davon kommen folgende Fördermöglichkeiten in Betracht:

  • Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfonds (kommt für eine betriebliche Weiterbildung in Betracht)
  • Bildungsprämie und Weiterbildungssparen (bis zu 500 Euro)
  • Programm WeGebAU der Bundesagentur für Arbeit
  • Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW: zinsgünstige Darlehen für die langfristige Finanzierung der Weiterbildung)

Verdienstmöglichkeiten/ Gehalt als Kfz Gutachter?

Die Höhe der Verdienstmöglichkeiten richtet sich in erster Linie nach der Frage, ob Kfz Gutachter festangestellt sind oder selbstständig arbeiten. Angaben von Gehaltsportalen zufolge liegt das Durchschnittsgehalt von angestellten Kfz Gutachtern pro Jahr zwischen 45.000 und 50.000 Euro brutto. Zu beachten ist, dass es mit Blick auf regionale Unterschiede und Berufserfahrungen deutliche Abweichungen geben kann.

Sie möchten noch weiter als Kfz Meister oder Mechaniker arbeiten oder Ihre Stelle beim TÜV nicht aufgeben? Dann kann es auch eine Option sein, als Kfz Sachverständiger nebenberuflich zu arbeiten und sich perspektivisch ein neues Standbein aufzubauen.

Abgesehen von der erstrebenswerten Tatsache, sein eigener Chef zu sein, können selbstständige Kfz Gutachter weitaus mehr verdienen. Das setzt aber eine hohe Auslastung, ein professionelles Marketing und eine schlanke Kostenstruktur des Betriebs voraus. Auf der anderen Seite bedeutet der Weg in die berufliche Selbstständigkeit als Kfz Sachverständiger ein höheres finanzielles Risiko.

Fazit: Zukunftsperspektiven als Kfz Sachverständiger

Es spricht vieles dafür, eine Weiterbildung zum Kfz Sachverständigen anzustreben. Es handelt sich um einen gefragten Experten, dessen Arbeit für eine reibungslose Schadensregulierung in vielen Fällen unverzichtbar ist. Hinzu kommt, dass die Technik und somit Schadensbeurteilung von Fahrzeugen immer komplexer wird.

Immer mehr Unfallopfer entscheiden sich, nach einem Unfall ein unabhängiges Kfz Schadensgutachten anfertigen zu lassen. In Kombination mit einer seit Jahren wachsenden Anzahl an Autos und Unfällen auf deutschen Straßen stimmen die langfristigen Rahmenbedingungen für den Beruf Kfz Sachverständiger.